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Uhren- und Schmuckmarkt steht vor großen Veränderungen

McKinsey-Studie

Eine neue Studie des Beratungsunternehmens McKinsey &Co. in Zusammenarbeit mit dem in New Jersey ansässigen Unternehmen „The Business of Fashion“ hat sechs seismische Veränderungen identifiziert, die sich in den nächsten fünf Jahren auf den Luxusschmuck- und Uhreneinzelhandel auswirken werden.

McKinsey erwartet, dass die globale Schmuck- und Uhrenindustrie bis 2025 um 3-4 % pro Jahr (Edelschmuck) und 1-3 % pro Jahr (Premium- bis Ultra-Luxusuhren) wachsen wird, von einem Einzelhandelsumsatz von etwa 49 Milliarden US-Dollar im Jahr 2019 bis 2025 auf 52 bis 59 Milliarden US-Dollar. McKinsey hat sechs große Veränderungen identifiziert – jeweils drei bei Schmuck und Uhren -, die den Einzelhandelsmarkt in den nächsten Jahren stark beeinflussen werden. Da ist erstens der wachsende Online-Anteil. Der Online-Verkauf von edlem Schmuck soll bis 2025 zwischen 18 % und 21 % des Gesamtumsatzes ausmachen, gegenüber 13 % im Jahr 2019, heißt es in dem Bericht. Die Herausforderung, die persönliche Erfahrung online zu replizieren, verlangsamte das digitale Wachstum der Kategorie, aber das beginnt sich zu ändern. Laut McKinsey liegt es bei Marken und Einzelhändlern, überzeugende Angebote zu erstellen, die den Menschen mit dem digitalen Bildschirm verbinden. Inzwischen konkurrieren Auktionshäuser wie Christie's um Kunden, die sie noch nie hatten, und dringen in das Revier unabhängiger Juweliere vor. Ein weiterer Aspekt ist der Vormarsch der Marken. Trotz der Bedeutung ikonischer Marken, sagt McKinsey, dass Markenschmuck derzeit nur 20 % des Gesamtumsatzes des Marktes für Feinschmuck ausmacht. Aber die Marken sind auf dem Vormarsch und ihr Marktanteil sollte bis 2025 rund 25-30% betragen, was einem Umsatz von etwa 80-100 Milliarden US-Dollar entspricht. Der dritte Trend ist Nachhaltigkeit. Bis 2025 werden schätzungsweise 20-30% des weltweiten Schmuckumsatzes von nachhaltigkeitsorientierten Verbrauchern beeinflusst, und es wird wichtig sein, das Vertrauen jüngerer Verbraucher zu gewinnen. Für den Luxusuhreneinzelhandel ergeben sich folgende Verschiebungen: Der Verkauf der Hersteller direkt an die Verbraucher (DTC) wächst. Der stationäre Einzelhandel ist das Lebenselixier von Luxusuhren, wobei Juweliere bislang die Kundenbeziehung beherrschen. Da die Verbraucher jedoch eine direktere Interaktion mit Marken fordern und bessere Online-Shopping-Möglichkeiten erwarten – und Marken höhere Margen anstreben – werden die Uhrenmarken ihre DTC-Kanäle von etwa einem Fünftel (20 %) des Marktes auf fast ein Drittel (30 %) ausweiten. Bis 2025 werden 2,4 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz von Einzelhändlern zu Marken verlagert. Ein weiterer Punkt ist das Thema Gebrauchtuhren. Es wird erwartet, dass der Verkauf von gebrauchten Uhren das am schnellsten wachsende Segment der Branche wird und von 18 Milliarden US-Dollar im Jahr 2019 auf 29 bis 32 Milliarden US-Dollar jährlich im Jahr 2025 ansteigen wird. Damit einhergehend wird auch gebrauchter Schmuck den Markt für gebrauchte Luxusgüter anführen. Zudem werden die Uhren in den mittleren Preislagen von mittelständischen Herstellern weiter leiden. Der traditionelle Uhren-Mittelstand steht unter zunehmendem Druck durch Modemarken, Smartwatches und Kunden, die ins Luxussegment „aufsteigen“. Ohne Revitalisierung geht McKinsey davon aus, dass traditionelle, mittelständische Uhrenmarken bis 2025 rund 2,5 Milliarden US-Dollar Umsatz verlieren könnten.

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