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Franz-Josef Kron, York Alexander Tetzlaff, Thomas Weiß (v. links n. rechts)

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2023 ein solides Jahr für die Edelmetallindustrie

Die Edelmetallindustrie konnte sich trotz Krisen und abgekühlter Märkte 2023 behaupten, schreibt die Fachvereinigung Edelmetalle (FVEM) in einer Pressemitteilung.

Trotz einer Abkühlung in 2023 nach mehreren Rekordjahren zeige sich die deutsche Edelmetallindustrie zufrieden, teilt die Fachvereinigung aus 39 Unternehmen der Edelmetall erzeugenden und verarbeitenden Branche mit.

Gute Entwicklung trotz globaler Krisen

Vor dem Hintergrund anhaltender globaler Krisen hat sich die deutsche Edelmetallindustrie auch 2023 gut entwickelt. „Ein Grund dafür ist die Vielfalt industrieller Anwendungsgebiete von Edelmetallen, zum Beispiel in der Wasserstoffwirtschaft. Zudem decken viele unserer Mitgliedsunternehmen den kompletten Edelmetallkreislauf entlang der Wertschöpfungskette von der Produktion über den Handel bis zum Ankauf und der Rückgewinnung ab“, sagte York Alexander Tetzlaff, Geschäftsführer der Fachvereinigung Edelmetalle anlässlich des 16. Jahrespressegespräches des Branchenverbandes in Pforzheim.

Zahlen und Daten

Im Verlauf des Jahres 2023 ist die Inflationsrate gesunken und die Lohneinkommen sind im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. „Jedoch blieb die Erholung beim privaten Konsum bislang aus, auch weil ein Teil des Kaufkraftzuwachses gespart wurde“, wird Franz-Josef Kron zitiert, Vorstandsvorsitzender der Agosi AG und einer beiden Vorsitzenden des Arbeitsausschusses Edelmetallwirtschaft des Verbandes. „Auch vom globalen Warenhandel und der globalen Industrieproduktion kamen recht wenig Impulse“, ergänzt er. Notenbanken dämpften vielerorts die Konjunktur zur Bekämpfung der Inflation, und im Zuge der Erholung von der Coronakrise waren weltweit vor allem Dienstleistungen im Aufwind. „Aus diesem Grunde setzten die deutschen Exporte ihre Talfahrt bis zuletzt fort“, sagt Kron.

„Kräftige expansive Impulse kamen lediglich über die staatlichen Investitionen. Hier machte sich vor allem die Beschaffung von Rüstungsgütern aus dem Sondervermögen Bundeswehr bemerkbar“, ergänzte Kron. Besonders hätten in Deutschland die Bauwirtschaft (über den Zins-Einfluss) und die chemische Industrie (mit hoher Rohstoff-Abhängigkeit von Russland) gelitten. Insgesamt habe sich die Konjunktur im Verlauf des Jahres 2023 spürbar abgekühlt und die Erholung, die für die zweite Jahreshälfte erwartet wurde, sei ausgeblieben.

Entwicklung des Edelmetallmarktes im Schmuckbereich

„Wie schon in den letzten Jahren war die Nachfrage nach Schmuck auch in 2023 stabil, wobei das Trauringgeschäft nach den hohen Umsätzen in 2022 – damals bedingt durch einige Nachholeffekte direkt nach der Pandemie – niedriger war. Im Vergleich zu den Jahren vor Covid ist eine weiterhin robuste Entwicklung des Trauringgeschäftes zu beobachten“ berichtet Weiß. Im Jahr 2023 betrug der Gesamtabsatz der deutschen Hersteller an 18 Karat-Legierungen 33,7 t und an 14-Karat-Legierungen 11,1 t, während der Absatz an 8-Karat Legierungen mit 5,5 t eher eine untergeordnete Rolle spielte. Das Volumen an produzierten Platinlegierungen nahm nach einem sehr guten Jahr 2022 leicht um 2,5 % ab, auf nun ca. 5,8 t. „Der Trend zu Platin im Schmuckbereich als ein Ersatz für die teureren Weißgoldlegierungen ist aber ungebrochen“, Thomas Weiß, Geschäftsführer, Heimerle + Meule GmbH und einer der beiden Vorsitzenden des Arbeitsausschusses Edelmetallwirtschaft.

Ausblick auf 2024

Insgesamt bleibe der Ausblick für die Edelmetallwirtschaft auch für das laufende Jahr 2024 vorsichtig optimistisch, schreibt die Fachvereinigung. „Die Nachfrage aus den Abnehmerbranchen nach technischen und dekorativen Halbzeugen hält sich auf stabilem Niveau. Das lässt uns hoffen“, erklärte Weiß.

Auch in den ersten Monaten dieses Jahres erreichte der Goldpreis neue Höchststände. Die anhaltenden weltweiten geopolitischen Spannungen, sowie sinkende Inflationszahlen und damit die einhergehende Erwartung sinkender Geldmarktzinsen sollten den Goldpreis auch weiterhin auf hohem Niveau stützen, lautet die Prognose.

Ebenso könnte der Ausgang der im November 2024 anstehenden US-Wahlen einen Einfluss auf die physische Goldnachfrage haben, urteilt die FVEM in ihrer Pressemitteilung. Bei Silber sei bedingt durch den Ausbau von E-Mobilität und grüner Energie (Photovoltaik und Windkraft) mit einer soliden Nachfrage der industriellen Verbraucher zu rechnen.

http://www.edelmetalle.org

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