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Wertschätzung der Wertschöpfung

Die wichtigsten Vorstellungen der Baselworld

Neue Werke, neue Zertifikate und Klassiker in neuem Design – die wichtigsten Vorstellungen der Baselworld bekunden eine neue Dimension von Qualitätsbewusstsein.


Das weltweit größte Uhrenevent, die Baselworld, ist ein einzigartiges Phänomen: Als Leitmesse und Leuchtstern in der Welt der hochwertigen Uhren bringt sie eine Woche lang alles, was Rang und Namen hat, unter einem Dach zusammen – seien es die Hersteller, die Händler oder die Pressevertreter. Im Herzen von Basel gelegen, stellt sie ein schier überwältigendes Spektrum an zeitgenössischer Technik und Know-how dar – von Haute-Horlogerie-Kreationen bis hin zu Fashion-Watches und Einstiegsmodellen. Seit ihren Anfängen als Industriemesse vor 100 Jahren ist die Baselworld zu einer Art Pilgerstätte für Uhrenfans geworden. Und natürlich ist sie der Dreh- und Angelplatz für den globalen Fachhandel.

Trotz des medialen Drucks der modernen Smartwatch hat sich an dieser Stellung nichts geändert. Im Gegenteil – die diesjährige Ausgabe demonstrierte eindrucksvoll, dass sich die Hersteller auf ihre althergebrachten Stärken besinnen – wie Präzision, Qualität, Design und perfekte Verarbeitung –, wobei auch der kunsthandwerkliche Aspekt nicht vernachlässigt wurde. Denn die Tradition und die Pflege eben dieser gehören zum Selbstverständnis der Branche wie die Hemmung zur Unruh. So war in diesem Jahr ein deutlicher Anstieg eigenstän­diger Werkskonstruktionen zu beobachten, was das Interesse an mechanischen Uhren einmal mehr unterstreicht. Interessant auch, dass nicht nur die Großen der Schweizer Uhrenindustrie aus dem Vollen schöpften – nein, auch kleinere familiengeführte Marken, darunter Mühle-Glashütte und Meistersinger, demonstrierten mit eigenen Kalibern und Konstruktionen ihr Streben nach Unabhängigkeit. Nach der Präsentation eines eigenen Assortiments vor zwei Jahren und dem flachen Automatikwerk DUW 3001 verblüffte Nomos Glashütte erneut, wird doch das DUW 3001 jetzt mit einem ebenfalls sehr flachen DUW-Reguliersystem gefertigt. „Einmal mehr betont unsere Manufaktur ­damit technologische Unabhängigkeit und höchste Qualität in jedem Detail einer Nomos-Uhr“, sagt Geschäftsführer Uwe Ahrendt.

Verbesserte Standards

Der Anspruch nach noch höherer Qualität wurde auch durch die Vorstellung vieler ­Chronometer – COSC-geprüft oder wie bei Glashütte Original nach deutscher Norm – sowie durch die Etablierung neuer und verbesserter Standards hervorgehoben. So gilt die im vergangenen Jahr von Rolex präsentierte Zertifizierung als „Chronometer der Superlative“ künftig für alle Uhren des Hauses. Diese 2015 definierte Präzisionsnorm nach dem Einschalen des Uhrwerks bescheinigt außergewöhn­liche chronometrische Leistungen, welche die Anforderungen der COSC übersteigen.

Auch Omega legte nach: Die 2015 gemeinsam mit dem Institut für Metrologie (METAS) eingeführte neue Zertifizierung als „Master Chronometer“, die unter anderem einen erhöhten Magnetfeldschutz garantiert, wurde auf die neue „Seamaster Planet Ocean“- Kollektion sowie weitere Modelle des Hauses ausgeweitet. Ziel sei laut des Unternehmens, bis zum Jahr 2020 die Mehrheit der mechanischen Uhren als „Master Chronometer“ zu zertifizieren.

Eine weitere Tendenz, welche die neue ­Dimension des Qualitätsbewusstseins unterstreicht, war die Vorstellung klassischer Vin­tage-Designs. Viel Zeit wurde darauf verwandt, Klassiker zu überarbeiten und mit innovativen Materialien in ein zeitgemäßes Outfit zu kleiden. Statt Luxus plakativ zur Schau zu stellen, zeigte man Understatement und rückte die technische und ästhetische Perfektion der Produkte ins Rampenlicht, um einmal mehr zu beweisen, dass Langlebigkeit und Werthaltigkeit mehr sind als ein Klischee.

Text: Sabine Zwettler

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