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Bild oben: Das Inhaber-Ehepaar Ute und Christoph Weiß

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Ehinger Schwarz 1876

Zukunft braucht Herkunft

Bei der Schmuckmarke Ehinger Schwarz 1876 ist seit dem Frühjahr viel passiert. Um die Entwicklung in ein sprachliches Bild zu packen, könnte man sagen: Es entsteht Neues auf einem festen Fundament. Die GZ war einen Tag lang in der Ulmer Manufaktur zu Gast.


Als sich Punkt 14 Uhr die 30-köpfige Mannschaft von Ehinger Schwarz fürs Foto in der Kantine versammelt, ist die Novembersonne gerade wieder hinter den Wolken verschwunden. Der guten Stimmung tut das aber keinen Abbruch. Mit „im Bilde“: der berühmte „Ulmer Hocker“.

In ihrer Goldschmiede Schmuck + Form Köln setzen Bettina Münch und Holger Baetzen auf Qualität – und damit selbstredend auch auf PlatinAktuelles Collier „‚Floret“, auf Englisch „Blümchen“, aus Sterlingsilber mit Brillanten und Feueremaille in fünf Naturfa

Das robuste „Allroundmöbel“ ist sozusagen das Wahrzeichen der ehemaligen Hochschule für Gestaltung und wurde früher dort gefertigt. Sein Erfinder ist der Schweizer Architekt und Designer Max Bill, der eine Zeit lang Rektor der Hochschule war. Auf ihn geht auch das großflächige, helle Gebäude zurück, wo heute unter anderem die Marke Ehinger Schwarz zu Hause ist.

Designer Timo Küchler (l.), Emaillieren erfordert viel Erfahrung und Fingerspitzengefühl. Bei Ehinger Schwarz ist Feueremaille seit Jahrzehnten ein typisches Gestaltungsmittel (r.o.), Der Anhänger „Myrte“ bekommt einen Glanzrand

Hell und Offen

Betritt man die Firmenräume, fällt einem zunächst die Offenheit auf. Vom Eingang aus gelangt man direkt zum Showroom, links davon befindet sich ein offenes Büro. Eine Sitzecke lädt dazu ein, in dem druckfrischen Kollektionsbuch zu blättern, das dort ausliegt. Wir aber begeben uns über die geschwungene Treppe zuerst nach oben in die Manufaktur. Ein leises Surren erfüllt den hellen Raum. Eine Goldschmiedin ist gerade dabei, den Anhänger „Myrte“ mit einem Glanzrand zu versehen. Auf einem anderen Werkstisch stehen viele Döschen mit farbigem Emaillepulver. Sorgfältig trägt die Spezialistin das mit destilliertem Wasser angerührte Pulver auf kleine Tannenbäume auf, bevor diese zum Brennen in den Ofen kommen.

Das Team von Ehinger Schwarz in der hauseigenen Kantine. Der „Ulmer Hocker“ kann nicht nur als Sitzgelegenheit, sondern auch als Tablett, Tragehilfe, Beistelltisch oder Teil eines Regals eingesetzt werden

Neue Leitung

„Schmuckstücke mit Feueremaille sind nach wie vor ein wichtiger Bestandteil unserer Kollektion. Das ist eine Handwerkskunst, die sonst kaum noch praktiziert wird“, meint Geschäftsführer Christoph Weiß, der die Marke im Frühjahr zusammen mit seiner Frau Ute von der Familie Schwarz übernommen hat. Er schätzt die lange Geschichte des Unternehmens und die Innovationen von Wolf-Peter Schwarz. „Ich hätte mich nie an namenlosem Schmuck beteiligt“, sagt er, „denn Zukunft braucht Herkunft. Die Marke hat ein starkes Fundament, auf das wir jetzt aufbauen.“

Ehinger Schwarz ist in der ehemaligen Hochschule für Gestaltung in Ulm ansässig

Assoziationen wecken

Das sieht auch Designer Timo Küchler so. Im vergangenen Dreivierteljahr hat er etliche neue Schmuckstücke gestaltet und dabei die Themen aufgefangen, für die Ehinger Schwarz steht: die Natur, die Linie Charlotte mit dem bekannten „Baukastensystem“, die Liebe – und das Erzählen von Geschichten. „Schmuck ohne Geschichte ist, etwas überspitzt ausgedrückt, seelenloses Material“, findet Timo Küchler. „Ich kann Ihnen zu jedem Thema, das wir auf den Markt bringen, eine halbe bis eine Stunde lang etwas erzählen. Kurz: Es gibt zu jedem Stück eine Geschichte.“ Bei dem Collier „Floret“, das Ute Weiß heute trägt, ist es etwa das Mädchen, das auf einer Frühlingswiese eine Blumenkette fädelt – in seine Tätigkeit versonnen und mit sich selbst zufrieden.

Begeisterung für Kunst

„Bei den Blumenketten, die man sich als Kind manchmal ,gebastelt‘ hat, wurde ein Gänseblümchen im geschlitzten Stängel des anderen befestigt. Und das Collier ,Floret‘ ist genau nach diesem Prinzip gefertigt,“ sagt Ute Weiß. Die Mutter von zwei erwachsenen Kindern interessierte sich schon immer für Gestaltung, insbesondere für angewandte Kunst. Sie hat unter anderem Bildhauerei und Kunstgeschichte studiert und ist fasziniert von Farben und Formen. Vor zwölf Jahren suchte sie für ihre Tochter zur Konfirmation einen Charlotte-Ring aus. Später kaufte sie sich selbst einen und bestückte ihn nach und nach mit neuen Elementen. „Die Möglichkeit, den Schmuck nach Lust und Laune gestalten zu können, finde ich toll,“ schwärmt sie.

Diese Schmuckstücke von Wolf-Peter Schwarz begleiten Ute Weiß schon mehr oder weniger lange

Visionen und Ziele

Bei Ehinger Schwarz ist Ute Weiß für „alles Ästhetische“ zuständig. Gerade hat sie mit Timo Küchler das neue Präsentations- und Ladenkonzept entwickelt. Ihr Mann Christoph sieht es dagegen als seine persönliche Stärke „für eine Firma eine Vision zu entwickeln und diese konsequent umzusetzen.“

Aus Sicht des Diplomkaufmanns, Unternehmensberaters und Buchautors gehören dazu viele Faktoren wie ein Führungskonzept, ein Wertesystem, gute Mitarbeiter, stimmige Produkte sowie die Organisation in der Firma und bei den Fachhandelspartnern.

Seine umfassende Strategie für Ehinger Schwarz im Detail darzulegen, würde den Rahmen dieses Artikels sprengen. Als wichtige Ziele seien an dieser Stelle aber zumindest die Positionierung als hochwertige, zeitlose Marke im mittleren Preissegment und die Stärkung der Marke Ehinger Schwarz als Dachmarke genannt.

Fotos: Martin Glauner

Diese Schmuckstücke von Wolf-Peter Schwarz begleiten Ute Weiß schon mehr oder weniger lange
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