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Eitan Gul: "Natürliche Diamanten bleiben wertvoll"

Der Diamantexperte Eitan Gul ist sich sicher: Der Kauf natürlicher Diamanten bleibe interessant, auch wenn sie zurzeit günstiger als noch vor einem Jahr sind. 



„Aktuell bemerken wir ein Überangebot an natürlichen geschliffenen Diamanten auf dem Markt“, sagt Eitan Gul im GZ-Interview. „Aus diesem Grund hat Indien einen zweimonatigen Stopp für den Import von Rohdiamanten verkündet.“ Der Importbann beginnt am 15. Oktober und soll bis zum 15. Dezember dauern. Diese Entscheidung folgt der rückläufigen Nachfrage an Diamantschmuck in den Hauptabsatzmärkten USA und China.

Das Unternehmen De Beers will nun das Interesse an natürlichen Diamanten wieder stärken, indem es die in der Vergangenheit so erfolgreiche Kampagne "A Diamond is Forever" wieder auflegt. Hierfür will De Beers circa 20 Millionen Dollar investieren. Außerdem hat De Beers beschlossen, in ihrem "Lightbox Jewelry"-Onlineshop keine Verlobungsringe mit synthetischen Diamanten mehr zu verkaufen. „Trotz makroökonomischer Faktoren wie steigender Inflation und Zinsen, die den Verbraucherbudgets derzeit Grenzen setzen, bin ich der Meinung, dass die Stellung von natürlichen Diamanten als Luxusartikel auf lange Sicht relativ stabil bleibt“, sagt Eitan Gul.

Der Marktanteil natürlicher Diamanten nimmt ab. Vor allem bei stark piquierten Steinen, niedrigen Farben und Reinheiten oder behandelten Steinen. Eitan Gul: „Wir schätzen, dass der amerikanische Markt für natürliche Diamanten zu etwa 30 Prozent sukzessive durch Synthesen ersetzt wird. Die Preise für Synthesen sind ins Bodenlose gefallen und werden meiner Meinung nach das Niveau von Zirkonia erreichen.“ Da die Synthesen zurzeit in sehr großen Mengen produziert werden, unter anderem auch, um die Schleifereien auszulasten, gehen Experten von einem noch stärkeren Preisverfall aus. Gul: „Ich denke, dass nur ein geringer Teil der synthetischen Diamanten über Juweliere in Europa verkauft wurde. Der Hauptteil ist in den USA abgesetzt worden.“ 


Trotz des Preisrückgangs der natürlichen Diamanten sei der Preisunterschied zu den Synthesen immer noch sehr hoch. Heute liege der Wert synthetischer Diamanten bei vergleichbarer Qualität nur noch bei zwei bis fünf Prozent des Preises von natürlichen Diamanten. Vor einigen Jahren noch habe der Unterschied zwischen Synthese und Minenstein bei gerade einmal 50 Prozent gelegen.

Die politische Situation beeinflusst ebenfalls den Diamanthandel. Die russische Invasion in die Ukraine hat bereits dazu geführt, dass namhafte Marken Importe von Alrosa und Co. ablehnen. Das zeigt auch, wie wichtig eine transparente Beschaffung ist. Inmitten dieser geopolitischen Spannungen haben der World Diamond Council (WDC) und die belgische Regierung verschiedene Strategien vorgeschlagen, um russische Diamantimporte einzuschränken. Laut beiden Vorschlägen müsste jeder, der Roh- oder geschliffene Diamanten in ein G7-Land einführt, auf seinen Rechnungen erklären, dass seine Sendungen keine russischen Steine enthalten.

Die aktuellen US-Regelungen erlauben den Import ursprünglich russischer Steine, wenn sie in anderen Ländern wie Indien geschliffen wurden. Die vorgeschlagenen Regelungen würden zunächst für geschliffene Diamanten von einem Karat und darüber gelten, später auch für kleinere Steine. Gul: „Als Mitglied des WDC warten wir auf die Entscheidung der G7 zu diesen Vorschlägen und ihre Auswirkungen. Wir, die A. Gul KG, führen seit dem Beginn des Konflikts keine russischen Diamanten mehr.“

Abschließend meint der Diamantexperte aus Pforzheim: „Ich denke, dass die Diamantindustrie zwar vor vielschichtigen Herausforderungen steht, doch der zeitlose Reiz von natürlichen Diamanten, unterstützt durch strategisches Marketing, garantieren ihre dauerhafte Anziehungskraft und Wertigkeit.“

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