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Klein- und Mittelstädte im Aufwind

Aufwind

Der neue EHI Whitepaper Report „Expansionstrends 2021“ zeigt die Trends im Jahr zwei der Corona-Pandemie auf.  Es geht um das Expansionsverhalten, die bevorzugten Store-Größen und die Lagen sowie die Rahmenbedingungen in den verschiedenen Handelsbranchen. Die Studie zeigt ein sehr heterogenes Bild.

Durch die Lockerungen und Öffnungen im Handel ist die Konsumlaune 2021 wieder deutlich angezogen, und viele Händler schöpfen daraus Kraft und Optimismus. Deutlich mehr als die Hälfte der Filialisten erwartet laut einer EHI-Studie im Auftrag der Unternehmensgruppe Hahn bis zum Jahresende steigende Umsätze. Nur jeder zehnte Filialist befürchtet einen Umsatzrückgang, was im Gegensatz zum letzten Jahr (damals: 45 Prozent) die Zuversicht besonders stark zum Ausdruck bringt. Die positive Konsumlaune und die entsprechenden Umsatzerwartungen spiegeln sich jedoch nicht per se in einer expansions-ambitionierten Haltung der Händler wider. Bei der Hälfte der Befragten stehen die Zeichen auf Expansion, die andere Hälfte plant keine Expansion oder sogar eine Filialnetzausdünnung. Allen voran Filialisten mit durchschnittlichen Verkaufsflächen zwischen 101 und 500 qm wollen expandieren. In Summe setzte sich jedoch der Trend des letzten Jahres zu gleichbleibenden Verkaufsflächen fort. Doch auch größere Flächen scheinen wieder attraktiv zu sein. Mit den teils enormen Kosten für Immobilien und Mieten kämpfen insgesamt rund drei Viertel aller befragten Unternehmen.

Kleinstadt-Vorteil
Die Entwicklung bezüglich Stadtgrößen und Lagen vollzieht sich in den letzten zwei Jahren recht dynamisch. Mehr als ein Drittel der befragten Unternehmen sieht einen Bedeutungsverlust der Toplagen in Großstädten. Gleichzeitig erachten 60 Prozent der Teilnehmenden das geänderte Mobilitätsverhalten und die Zunahme der Homeoffices als Chance für Klein- und Mittelstädte. Als relativ krisensicher hinsichtlich der Lagen betrachten die Teilnehmenden die Fachmarkt-Center, gefolgt von den Quartierslagen. Aber auch Mixed- Use-Immobilien werden als „stabile Bank“ erachtet. Bezüglich Stadtkernen in Mittelzentren ist das Meinungsbild gemischt. Als potenziell große Verlierer kristallisieren sich die Shopping-Center und Nebenlagen in Oberzentren heraus – hier besteht beträchtlicher Handlungsbedarf. Offenbar haben viele Verhandlungen hinsichtlich der Mieten und Laufzeiten von Verträgen dieses Jahr Früchte getragen. Mietreduktionen konnten zahlreiche Branchen erwirken. Hohe Bau- und Modernisierungskosten, die eng mit dem aktuellen Mangel an Material(-nachschub) zusammenhängen sowie die schlechte Verfügbarkeit von Gewerken werden aktuell als sehr herausfordernd angesehen.

Mehr Nachhaltigkeit
Die Rolle der Nachhaltigkeit hat in den Unternehmensstrategien deutlich zugenommen. 91 Prozent der Studien-Teilnehmenden erachten das Thema als relevant bis sehr relevant. Im Vorjahr waren es drei Viertel der Befragten. Insbesondere legen die Unternehmen Wert auf die Optimierung des Verbrauchs, was positiv auf das Konto des Klimaschutzes einzahlt und zugleich je nach Umsetzung zu motivierenden Kosteneinsparungen führt. Auch die Wahrnehmung von sozialer und gesellschaftlicher Verantwortung hat einen hohen Stellenwert bei den Unternehmen. Auf den ersten Blick verwunderlich mag vor diesem Hintergrund die geringe bis sehr geringe Bedeutung des Aufbaus von E-Ladestationen an den Filialen (36 Prozent) sowie der Zertifizierung von Immobilien (34 Prozent) erscheinen, gibt es doch hier inzwischen eindeutige Gesetze. Jedoch liegen diese Themen stärker in der Verantwortung der Immobilien-Eigentümer als der Mieter. Dass der Eigentumsanteil an Immobilien niedriger ist als jener der Anmietung, dürfte die geringere Bedeutung dieser Aspekte erklären.

Die Ergebnisse der Befragung sind im EHI-Whitepaper „Expansionstrends 2021“ sowie im „Hahn Retail Real Estate Report Germany“ vertiefend dargestellt. Es beteiligten sich über 100 Expansionsexpertinnen und -experten aus 14 Handelsbranchen.

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