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Heraeus Edelmetallprognose 2022: Gold und Silber dürften von Inflationssorgen profitieren

Höchststand

Heute gab der Edelmetallspezialist Heraeus seine Edelmetallprognose ab: Gold könnte demnach einen neuen Höchststand erreichen, Silber dürfte sich besser als Gold entwickeln und es gibt eine Rekordnachfrage für Palladium aus der Autoindustrie, was gleichfalls die Preise beflügeln dürfte.

Der Goldpreis könnte nach Ansicht des weltweit größten Edelmetall-Dienstleisters Heraeus Precious Metals im neuen Jahr ein Rekordhoch erreichen. „Gold bleibt ein sicherer Hafen und eine Versicherung gegen geopolitische Risiken, auch das Risiko einer anhaltend hohen Inflation ist positiv für Gold“, sagte André Christl, CEO von Heraeus Precious Metals, bei der Vorstellung der jährlichen Edelmetallprognose. Zudem dürfte ein schwächerer Dollar die Preise unterstützen. Die Heraeus Experten sehen beim Goldpreis eine Bandbreite von 1700 bis 2120 Dollar je Feinunze. Das bisherige Rekordhoch hatte das Edelmetall im August 2020 bei rund 2072 Dollar markiert.

Bei Silber erwartet Heraeus ein Wachstum der industriellen Nachfrage. Für 2022 wird ein zweistelliges Plus bei der Installation von Photovoltaik-Anlagen prognostiziert. Zugleich wird die Nachfrage aus der Elektronik in diesem Jahr von einer Steigerung der weltweiten Smartphone-Verkäufe sowie von der weiteren Einführung von 5G und den sinkenden Kosten für 5G-Geräten profitieren. Bei der Nachfrage nach Silberschmuck und Tafelsilber erwartet Heraeus die Rückkehr auf das Niveau vor der Pandemie. Die Minenproduktion hingegen dürfte 2022 fallen. Sollten die Inflation und der schwache Dollar tatsächlich den Goldpreis stützen, dürfte sich Silber in diesem Fahrwasser besser als Gold entwickeln. Heraeus geht von einer Bandbreite zwischen 20 bis 32 Dollar je Feinunze aus.

Die Platingruppenmetalle sind nach den Schocks auf der Angebots- und Nachfrageseite im vergangenen Jahr - z.B. durch Minenüberflutungen in Russland, Wartungen von Betriebsanlagen in Südafrika und durch die geringere Automobilproduktion durch Chipmangel - immer noch dabei, sich zu stabilisieren. Die Corona-Pandemie bleibt weiterhin ein Faktor. Allerdings sollten die Auswirkungen allmählich nachlassen. Schließlich sind Impfstoffe weitverbreitet. Zudem scheinen die neuen Covid-Varianten weniger gefährlich zu sein. Dies sollte eine allmähliche Rückkehr zur Normalität ermöglichen.

Der industrielle Platinmarkt (ohne Investment) bleibt deutlich überversorgt. Als der Preis im vergangenen Jahr zurückging, sanken die ETF-Investments. Ohne erneutes Kaufinteresse von Investoren ist ein Preisanstieg laut den Edelmetallexperten von Heraeus nur schwer vorstellbar. Platin, das vor allem in Diesel-Abgaskatalysatoren eingesetzt wird, ist im Vergleich zu Gold und Palladium immer noch günstig bewertet. Eine hohe Inflationsrate könnte Sachwerte wie Platin für Anleger wieder attraktiv machen. Durch die breite industrielle Nutzung von Platin und die teilweise Substitution in der Autoindustrie wird das Metall langfristig wieder interessanter. Die Bandbreite liegt laut Heraeus zwischen 850 bis 1300 Dollar je Feinunze.

Der Palladiummarkt wird sich nach einem historischen Höchstpreis im vergangenen Jahr auf einem niedrigeren Niveau einpendeln. Das Angebot wird sich auch hier nach den Störungen wieder erholen. Heraeus erwartet einen minimalen Angebotsüberschuss. Die Palladiumnachfrage in der Automobilindustrie wird in diesem Jahr voraussichtlich eine Rekordmenge von 8,5 Mio. Unzen erreichen. Die Branche ist mit rund 90 Prozent der stärkste Abnehmer – Palladium wird in Abgaskatalysatoren für Benzinmotoren eingesetzt. Allerdings dürfte die industrielle Nachfrage (außerhalb des Autosektors) in diesem Jahr um voraussichtlich sechs Prozent fallen und den Preisdruck durch die hohe Nachfrage der Automobilindustrie abfedern. Heraeus beziffert die Bandbreite auf 1400 bis 2250 Dollar je Feinunze. Heraeus.com

Die Heraeus Prognosen im Überblick:

Edelmetall   Bandbreite je Unze
Gold 1700 bis 2120 Dollar
Silber 20 bis 32 Dollar
Platin  850 bis 1300 Dollar
Palladium 1400 bis 2250 Dollar
Rhodium 7500 bis 22.000 Dollar

 

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