Uhren

Alle News
Fotos: Martin Glauner

| Uhren

Garant für Qualität und Nachhaltigkeit

„Think global, buy local“

Dieses immer mehr an Popularität gewinnende Motto nachhaltigen Konsums sorgt für den zunehmenden Erfolg deutscher Uhrenhersteller. Die Strahlkraft von „Made in Germany“ entfaltet sich jedoch nicht nur in Deutschland, vielmehr genießt das Siegel auch international einen hervorragenden Ruf.


Obgleich Deutschland als Uhrenhersteller im Vergleich zur Schweiz wie David neben Goliath wirken mag, sind die heimischen Uhrenmarken doch auf dem Vormarsch. In den vergangenen drei Jahrzehnten hat sich hierzulande wieder eine pulsierende Uhrenszene entwickelt, mehr als 100 Hersteller produzieren Zeitmesser jeglicher Couleur, vom Einstiegssegment bis zum High-End-Bereich. Diesen Erfolg bestätigt die Studie „Deutsche Luxusmarken“ von Biesalski & Company, deren Markenranking 30 deutscher Firmen von gleich zwei Glashütter Manufakturen angeführt wird, von A. Lange & Söhne und Glashütte Original. Auch Nomos Glashütte als Einstiegsmarke in das Luxussegment ist erneut mit von der Partie. Als ausschlaggebende Faktoren für die internationale Beliebtheit, besonders in Asien, sieht die Studie „die absolute Erfüllung des Perfektionsanspruchs und die Historie in Kombination mit der Innovationskraft“. Diese ist keineswegs nur ein Phänomen der Gegenwart…

„Made in Germany“ 

ist Anspruch und Verpflichtung zugleich.

Wiederbelebung historischer Klassiker

„Made in Germany“ ist ein Synonym für Ingenieurskompetenz, wie sie in der Konstruktionsabteilung von Junghans anzutreffen ist

Seit Jahrhunderten ist Deutschland eine feste Größe in der Uhrmacherei. Jene lange Geschichte und die damit verbundene Traditionspflege des Handwerks begründen das hohe Renommee und den guten Ruf von „Made in Germany“, das weltweit für Qualität, Ingenieurskunst und Gestaltung auf hohem Niveau – Stichwort Bauhaus – steht. Bestes Beispiel hierfür ist die Schramberger Marke Junghans, die, einst größter Uhrenhersteller der Welt und Synonym für die „deutsche Uhr“, 2008 vor der Insolvenz stand. Heute ist Junghans wieder einer der bedeutendsten Hersteller, 127 „Junghansler“ fertigen am Standort Schramberg um die 60 000 Uhren pro Jahr. „Die Wertschöpfung in Deutschland ist Teil unserer Markenkommunikation und für Besucher am Standort in Schramberg erlebbar“, erklärt Geschäftsführer Matthias Stotz. Der Fokus auf die Identität als deutsche Marke und die Wiederbelebung historischer Klassiker machen sich bezahlt: Im vergangenen Jahr erzielte das Unternehmen ein Wachstum in Höhe von 9,9 Prozent. Das Prädikat ,Made in Germany‘ ist neben unserer wertvollen Historie und der Designkompetenz ein wichtiges Verkaufsargument für den Juwelier“, erklärt Stotz.

Dies bestätigt auch Judith Borowski, Geschäftsführerin von Nomos Glashütte: Die Herkunftsbezeichnung „Made in Germany“ hat einen exzellenten Klang, deutsche Ingenieurs- und Handwerkskunst genießt einen guten Ruf in der Welt. Wir spüren sehr deutlich, dass unsere Kunden international damit eine besondere, eine sehr hohe Qualität verbinden: Präzision, Langlebigkeit, Zuverlässigkeit.“ Gerade mal ein Vierteljahrhundert alt, ist die technologisch unabhängige Glashütter Manufaktur heute der größte Hersteller von mechanischen Uhren in Deutschland, der mittlerweile alle Modelle mit eigenen Uhrwerken ausstattet. Dazu beigetragen hat ein fast einzigartiger Wertschöpfungsprozess, besonders am Uhrwerk, der in dem Städtchen im Müglitztal erfolgt und die strenge „Glashütter Regel“, wonach mindestens 50 Prozent der Produktion vor Ort stattfinden muss, mehr als erfüllt. Diese Bemühungen haben sich laut Borowski bezahlt gemacht: „Die Resonanz auf unsere technologische Eigenständigkeit, auf Entwicklungen wie etwa das „Nomos-Swing-System“, übersteigt unsere Erwartungen bei Weitem.“ So ist die Manufaktur seit 2010 um gut 30 Prozent pro Jahr gewachsen.

„Da die Uhr heute nicht nur ein reines Zeitanzeige-instrument ist, sondern gerade durch Herkunft, Gestaltung und Markenbegeisterung überzeugt, ­entscheiden sich die Kunden für Uhren aus Deutschland oder der Schweiz.“

Matthias Stotz
Geschäftsführer Uhrenfabrik Junghans

 

„Bei ausländischen Kunden kommt es häufig zu Nachfragen, welchen Ursprung ein Produkt hat. Von vielen asiatischen Kunden wird die deutsche Herkunft positiv wahrgenommen und mit erhöhterQualität assoziiert.“

Nicole Blome-Hardorp
Geschäftsführerin Blome Uhren, Düsseldorf

Wertschöpfung vom Design bis zur EndMontage

Nur wenige treiben „Made in Germany“ so auf die Spitze wie Nomos Glashütte. Das Gros der deutschen Hersteller bezieht seine Werke aus der Schweiz, wie Dr. Guido Grohmann von Nivrel, Leiter der Fachgruppe „Made in Germany“, erklärt (s. Interview Seite 100), denn in Deutschland gibt es derzeit keine Zulieferindustrie für Werke. Der Wertschöpfungsprozess einer Uhr umfasse jedoch viele Schritte mehr, vom Design und der Habillage über die Herstellung bis zur Endmontage und Qualitätssicherung sowie den After-Sales-Service, betont Grohmann. Gerade im Bereich Design können die Hersteller hierzulande auf wichtige Strömungen wie Bauhaus, Deutscher Werkbund und Ulmer Schule zurückgreifen, deren klares Gestaltungscredo bis heute Einfluss hat. Die Armbanduhr „Max Bill by Junghans“ ist zum Beispiel einer der Klassiker deutschen Uhrenbaus schlechthin. Gleiches gilt für die „Tangente“, inspiriert vom Deutschen Werkbund, von Nomos Glashütte. Auch wenn die Rohkaliber von Schweizer Herstellern wie ETA oder Ronda kommen, so wird doch ein großer Teil der Wertschöpfung durch Umbauten und Dekorationen von den Herstellern in Deutschland geleistet.

Die typischen Assoziationen von „Made in Germany“ wie Nachhaltigkeit, dezenter Luxus sowie Werthaltigkeit sind starke Argumente am POS, denn wer sich was leisten will und Qualität sucht, ist durchaus bereit, für Uhren mit dem Herkunftssiegel „Made in Germany“ auch etwas mehr Geld auszugeben. Innovative Hersteller wie Nomos Glashütte oder auch Mühle-Glashütte erfreuen sich laut Nicole Blome-Hardorp, Geschäftsführerin von Blome Uhren aus Düsseldorf, wachsender Beliebt und Bekanntheit. „Bei diesen Herstellern kann man gut beobachten, wie der Gedanke ,Made in Germany‘

Nachhaltigkeit schafft Umsatz.

Klick: Zoom

An die 100 Uhrenmarken gibt es in Deutschland.

„Wir spüren sehr deutlich, dass unsere Kunden international mit ,Made in Germany‘ eine besondere,eine sehr hohe
Qualität verbinden: Präzision, Langlebigkeit, Zuverlässigkeit.“

Judith Borowski
Geschäftsführerin Nomos Glashütte

Pionier industrieller Formgestaltung: Der Künstler Max Bill beeinflusste auch die Gestaltung von Uhren

gelebt und immer weiter ausgebaut wird“, sagt die Geschäftsführerin des Traditionshauses. Beide könnten sich selbst in einem schwierigeren Marktumfeld gut behaupten. „Hier helfen aus unserer Sicht auch eine gute, nachvollziehbare Preispositionierung und die Liebe zu Detail und Produkt!“, sagt Blome-Hardorp.

Auch Guido Grohmann sieht in dem Herkunftssiegel einen ganz klaren Vorteil am POS: „Standortwahl, Fertigung, Produktion und Qualitätssicherung in Deutschland sind gute Verkaufsargumente für den Juwelier, der gegenüber der Konkurrenz aus anderen Verkaufskanälen nie mit dem Preis, aber immer mit persönlichem Kontakt, Beratung und qualitativ hochwertiger Auswahl seiner angebotenen Ware punkten kann.“

gelebt und immer weiter ausgebaut wird“, sagt die Geschäftsführerin des Traditionshauses. Beide könnten sich selbst in einem schwierigeren Marktumfeld gut behaupten. „Hier helfen aus unserer Sicht auch eine gute, nachvollziehbare Preispositionierung und die Liebe zu Detail und Produkt!“, sagt Blome-Hardorp.

Auch Guido Grohmann sieht in dem Herkunftssiegel einen ganz klaren Vorteil am POS: „Standortwahl, Fertigung, Produktion und Qualitätssicherung in Deutschland sind gute Verkaufsargumente für den Juwelier, der gegenüber der Konkurrenz aus anderen Verkaufskanälen nie mit dem Preis, aber immer mit persönlichem Kontakt, Beratung und qualitativ hochwertiger Auswahl seiner angebotenen Ware punkten kann.“

„Im Ausland wird die mechanische Armbanduhr aus deutscher Herstellung hoch geschätzt. Aber auch innerhalb Deutschlands spielen Regionalität und der Ursprung eines Produktes eine starke Rolle. Daher ist unser Standort ein großes Verkaufsargument in allen Märkten.“

Lothar Schmidt
Geschäftsführer Sinn Spezialuhren

Text: Sabine Zwettler

Anzeige
Anzeige

Zurück

| Uhren

Tissot

Tissot freut sich, den französischen Enduro-/Freeride-Mountainbike-Profi Kilian Bron als Friend ...

Mehr

| Uhren

Uhrmacherhandwerk

Die Deutsche UNESCO-Kommission ehrte mit einer feierlichen Urkundenverleihung am 18. November in ...

Mehr

| Uhren

Garmin

Garmin läutet das nächste Kapitel der Vertriebsstrategie für den Watch Channel ein und geht er ...

Mehr